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Die Unternehmensgeschichte von Portois & Fix reicht von der Zeit der Ringstraße bis ins ausgehende 20. Jahrhundert. Der Schwerpunkt der Ausstellung
liegt in den Jahren vor und um 1900, als Portois & Fix in Wien Möbelentwürfe von Otto Wagner, Max Fabiani, Koloman Moser und Josef Hoffmann kongenial
umsetzte und damit Design-Geschichte schrieb.
Um 1840 kam die Einrichtung eines Zimmers keineswegs nur vom Möbeltischler. Bei der Gestaltung eines Wohnraumes war die Zusammenarbeit einer Vielzahl
unterschiedlicher Handwerks- und Gewerbezweige notwendig. Die Palette reichte vom Bautischler, der Fußböden, Fenster und Türen anfertigte, über den
Zimmermaler, den Anstreicher, den Hafner, der die Kachelöfen herstellte, bis zum Bronzearbeiter, der die Möbelbeschläge und Beleuchtungskörper
lieferte und zum Tapezierer, der nicht nur die Sitzmöbel polsterte, sondern auch die Wände „spalierte“ - also mit Stoff oder Papiertapeten bespannte
- sowie Vorhänge und Bettdraperien nähte. Die textile Ausstattung hatte für die Gesamtwirkung eines Wohnraumes besondere Bedeutung, weshalb dem
Tapezierer zusehends die Rolle des Dekorateurs zukam. Die beiden Dekorateure August Portois und Anton Fix schlossen sich 1881 zum
Ausstattungsunternehmen Portois & Fix zusammen, das in der Lage war, komplette Wohnungseinrichtungen anzubieten. Beide waren bei österreichischen
und internationalen Ausstellungen erfolgreich gewesen und verfügten darüber hinaus über Kontakte zum Wiener Hof und nach Frankreich.
1899 gestaltete der wohl bedeutendste Architekt des beginnenden 20. Jahrhunderts in Wien, Otto Wagner, die gesamte Streckenführung der Wiener
Stadtbahn sowie alle Stationsgebäude, darunter auch den Hofpavillon in Schönbrunn, die persönliche Haltestelle des Kaisers. Im Bericht über die
Eröffnung des Hofpavillons durch Kaiser Franz Joseph am 16. Juni 1899 hieß es in der „Neue Freie Presse“ über den Innenraum weiter: „Die größte Kunst
und Sorgfalt wurde auf die innere Ausstattung verwendet, die selbstredend in dem modernsten Styl der Gegenwart gehalten ist. Nur österreichische und
vorwiegend Wiener Firmen haben an diesem Bijou des Kunstgewerbes gearbeitet. (...) der Warteraum aus Mahagoni in reichster Vergoldung (stammt) von
Alex(ander) Albert (....), die Möbel von Portois & Fix.“ Die leichten, an Vorbildern des Klassizismus orientierten Sitzmöbelentwürfe Otto Wagners
sind stilistisch weit entfernt vom bisherigen Oeuvre der Firma Portois & Fix, die hier erstmals – und an überaus prominenter Stelle -
Architektenentwürfe ausgeführt hat. Damit ist das traditionsreiche Ausstattungsunternehmen in den Kreis der „Wiener Moderne“ eingetreten.
Um die Jahrhundertwende 1900 zählte Portois & Fix mit mehr als 700 Beschäftigten zu den größten Fabriken in Wien. Die Möbel wurden nach Deutschland,
Russland, der Türkei, Rumänien, Serbien, Holland, der Schweiz, Italien und Ägypten exportiert; internationale Filialen befanden sich in Paris,
Bukarest, London, Berlin, Breslau, Köln, Mailand, Turin, Karlsbad, Budapest, Bombay, Kairo und Konstantinopel.
1899 wurde Max Fabiani, ein enger Mitarbeiter Otto Wagners, mit der Planung des neuen Firmensitzes in der Ungargasse 59 - 61 beauftragt. Das erste
Werk des jungen Architekten orientierte sich in der Materialwahl an Wagners Fassade am „Majolikahaus“ an der Wienzeile. Auf dem Gesamtareal der
Firma, das sich von der Ungargasse bis zum Arenbergpark erstrecke, war die gesamte Produktion untergebracht: Tischlerei, Vergolderei, ein
Tapeziererflügel, ein Nähatelier, ein Maschinenhaus und ein Holzplatz, wo die kostbaren exotischen Hölzer gelagert wurden.
Die eigentlichen
Geschäftsräume an der Ungargasse umfassen Parterre und Mezzanin, der 1. Stock, war „der Reihe nach in Empire, Louis XVI., Louis XIV., dann englisch,
dann modern eingerichtet“. Der Neubau orientierte sich bautypologisch auch am zeitgenössischen Warenhausbau. Dies gilt vor allem für den Verkaufsraum
mit darüber liegender Galerie, wie wir sie von den Wiener Kaufhäusern Herzmansky (1896/97) und Gerngross (1902/04) kennen, die sich ihrerseits an den
Pariser Warenhäusern der „Belle Epoque“, wie der Galerie Lafayette, auseinandersetzen konnten. Hätte Max Fabiani 1900 sein Haus nicht in der
Vorstadt, sondern etwa am Michaelerplatz errichtet, so wäre der aufgrund der beinahe ornamentlosen Verfliesung ausgelöste Skandal um nichts
geringer gewesen, als ihn Adolf Loos mit seinem Haus am Michaelerplatz genau ein Jahrzehnt später erlebte.
| Ausstellung |
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Pariser Esprit und Wiener Moderne Die Firma Portois & Fix |
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| Ausstellungsdauer |
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8. Juli bis 1. September 2008 |
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| Öffnungszeiten |
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Mo und Do von 8.30 – 17.30 Uhr
Di, Mi, Fr 8.30 – 15.00 Uhr
Samstag 10.00 - 17.00 Uhr
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| Ausstellungskuratoren |
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Eva B. Ottillinger
(Hofmobiliendepot – Möbel Museum Wien)
Monika Wenzl-Bachmayer
WAGNER:WERK
Museum Postsparkasse
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| Konzept und Gesamtleitung |
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Monika Wenzl-Bachmayer
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| Katalog |
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Pariser Esprit und Wiener Moderne –
Die Firma Portois & Fix
Mit Beiträgen von Eva B. Ottillinger,
Peter Haiko, Ulrike Scholda und
Bernadette Decristoforo
105 Farbabbildungen,
116 Seiten, EUR 25,00
Erhältlich im Museumsshop und über
www.ottowagner.com/shop/bücher
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| Information |
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www.ottowagner.com/museum
T +43 1 534 53 DW 33825
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| Eintritt |
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Großer Kassensaal:
Eintritt in die Sonderausstellung frei!
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| Museum WAGNER:WERK |
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Eintritt Euro 5,00
Euro 3,50 ermäßigt
(Schüler, Studenten, Senioren und Gruppen)
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| Eintritt frei für: |
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Kunden der BAWAG P.S.K. gegen Vorweis ihrer Kundenkarte
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| WAGNER:WERK - MUSEUM POSTSPARKASSE - Georg Coch-Platz 2, 1018 Wien |
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