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Im Mittelpunkt der Ausstellung
stehen die beiden Hauptwerke des
österreichischen Architekten Joseph
Maria Olbrich (1867-1908): die
Wiener Secession und die
Künstlerkolonie Mathildenhöhe in
Darmstadt. Architekturmodelle,
exemplarische Skizzen und Entwürfe
sowie historische Bau- und
Interieuraufnahmen veranschaulichen
Olbrichs Bedeutung im Kontext des
europäischen Jugendstils.
Darüber hinaus werden Originalmöbel
und Gebrauchsobjekte aus den
Sammlungen des Museums
Künstlerkolonie Darmstadt, der
Universität für angewandte Kunst
Wien sowie privater Leihgeber zu
sehen sein, die Olbrich in der
kurzen Zeitspanne seines Schaffens
zwischen 1897 und 1908 gestaltet
hat.
Der 1867 in Troppau geborene Joseph
Maria Olbrich studierte an der
Akademie der bildenden Künste in
Wien als Schüler von Carl Freiherr
von Hasenauer (1890 - 1893). Dessen
dekorativer neobarocker Grundzug
sollte sich nachhaltig auf die
Gesamtkunstvorstellungen Olbrichs
auswirken. Ein weiterer wichtiger
Schritt in Olbrichs Karriere war
sein Eintritt in das Architekturbüro
von Otto Wagner 1893. Fünf Jahre
lang unterstützte er Wagner mit
seinen überragenden zeichnerischen
Fähigkeiten. Als Träger des
"Rom-Preis" reiste Olbrich 1893/94
nach Rom, Süditalien und Nordafrika,
wo die schmucklosen, "großen Formen"
der mediterranen Hausarchitektur
ebenso sein Interesse wecken wie die
monumentale Wirkung der archaischen
Grab- und Kultbauten.
OLBRICH UND DIE WIENER SECESSION
Am 3. April 1897 spalteten sich
unter der Führung von Gustav Klimt
mehrere Künstler - u.a. Kolomann
Moser, Josef Hoffmann, Max Kurzweil
- vom Künstlerhaus ab. Die Gründung
der Wiener Secession und
insbesonders die Errichtung einer
neuen Ausstellungshalle brachte der
Kunstszene eine Alternative zu den
konservativen Richtlinien des
Künstlerhauses und die Möglichkeit,
ein breites Publikum zu erreichen.
1897 erhielt Joseph Maria Olbrich
den Auftrag, ein Ausstellungsgebäude
mit einem repräsentativen
Eingangsbereich und einem zeltartig
verglasten Ausstellungsbereich zu
bauen. Die Stadt Wien hatte ein
Grundstück an der Wienzeile, in der
Nähe des Karlsplatzes und des
Naschmarkts, für den Bau des
Gebäudes zur Verfügung gestellt. Zu
diesem Zeitpunkt konnten die
Secessionisten und der junge
Architekt noch nicht ahnen, dass das
Secessionsgebäude als eines der
Hauptwerke des europäischen
Jugendstils in die Kunstgeschichte
eingehen sollte. Glatte ineinander
verschachtelte Kuben, weiß verputzt,
mit direkt in den Mörtel
geschnittenen, vegetativen und
geometrischen Ornamenten und eine
aus 3.000 Blättern und 700 Beeren
geschmiedete und echt vergoldete
Kuppel eines Lorbeerbaums als
Krönung:
Diese neue Formensprache mit ihren
symbolischen Bezügen war eine
deutliche Absage an die Architektur
des Historismus, ebenso wie Hermann
Bahrs Zitat "Der Zeit ihre Kunst,
der Kunst ihre Freiheit.", das sich
die Künstlergruppe als Zeichen ihrer
Geisteshaltung unter die goldene
Kuppel setzen ließ.
Die Eröffnung des neuartigen
Bauwerks am 12. November 1898 löste
eine Flut von Empörungen und
Diskussionen aus "Daß Olbrich im
Grunde ein richtiges
Schmuckkästchen, eine mit Gold und
neuartigem Ornament überhöhte und
monumentalisierte pavillonartige
Kleinarchitektur im großen Maßstab
schuf, blieb von den
zeitgenössischen Rezipienten
weitgehend unberücksichtigt" (Peter
Haiko). Ein Jahr nach der Eröffnung
der Secession, 1899, folgte Olbrich
der Einladung des hessischen
Großherzogs Ernst Ludwig, der ihm in
Darmstadt die Möglichkeit gab, seine
architektonischen und künstlerischen
Ideen zu verwirklichen. Er kehrte
nicht mehr nach Wien zurück.
DIE KÜNSTLERKOLONIE MATHILDENHÖHE: DIE AVANTGARDE ALS MONUMENT
Mit dem Ziel, aus einer Verbindung
von Kunst und Handwerk das Land
Hessen wirtschaftlich kulturell zu
beleben, gründete der Großherzog
Ernst Ludwig 1899 eine
Künstlerkolonie und siedelte sie auf
der Mathildenhöhe in Darmstadt an.
Olbrich fand hier das von ihm
erträumte "freie Feld" zur
Verwirklichung seines immensen
Ideenreichtums vor.
Unter seiner Führung veranstaltete
die Künstlerkolonie 1901 eine erste
programmatische Ausstellung mit dem
Titel "Ein Dokument Deutscher
Kunst." Ihr offenbar auch auf
Olbrich zurückgehendes Konzept war
für die Zeit einzigartig und sah die
Errichtung einer kleinen
Mustersiedlung mit bleibenden und
temporären Bauten vor. Nach Olbrichs
Plänen wurde aus diesem Anlass das
Ernst-Ludwig-Haus als
gemeinschaftliches Ateliergebäude
und geistiges Zentrum der
Künstlerkolonie errichtet. Die
Kombination von funktionalen
Arbeits- und Ausstellungsräumen und
tempelartig überhöhter Schaufassade
weist konzeptionell und
gestalterisch noch deutliche Bezüge
zum Gebäude der Wiener Secession
auf. Zudem entstanden im ehemaligen
Landschaftspark Mathildenhöhe eine
Reihe von vollständig eingerichteten
Wohnhäusern, die mit Ausnahme des
Hauses Behrens, alle von Olbrich
entworfen wurden. Die schmucken
Villen, jeweils individuell
gestaltet, waren Lebens- und
Arbeitsmittelpunkt der Künstler. Vor
allem waren sie aber auch
exemplarische Vorzeigeobjekte für
reformiertes Bauen und Wohnen.
Im Rahmen der "Hessischen
Landesausstellung für freie und
angewandte Kunst", die 1908 auf der
Mathildenhöhe veranstaltet wurde,
vollendete Olbrich sein Darmstädter
"chef d`oeuvre", die markante
"Stadtkrone" mit Hochzeitsturm und
angrenzendem Städtischem
Ausstellungsgebäude. Die weitere
Entwicklung der Künstlerkolonie
Mathildenhöhe sollte Olbrich nicht
mehr erleben: Schon 1908 hielt er
sich überwiegend in Düsseldorf auf,
wo er mit seinem Baubüro an der
Realisierung des Warenhauses Tietz
arbeitete. Nach kurzer schwerer
Krankheit (Leukämie) verstarb er
dort am 8. August 1908 im Alter von
erst 40 Jahren.
Hatte Olbrich zwischen 1897 und 1900 mit der Wiener Secession und dem
Ernst-Ludwig-Haus Ikonen des ins Ornament verliebten Jugendstils
geschaffen, so gelangte er beim Ausstellungsgebäude auf der
Mathildenhöhe zu einer fast nüchternen, auf die "große Form" bedachten
Architektur. Mit ihrer Synthese aus Archaik und Moderne verweist diese
"neuzeitliche Akropolis", die wie ein Wahrzeichen aus dem Stadtbild
Darmstadts wächst, auf die immer noch unterschätzte monumentale Seite
der Avantgarde-Architektur.
Ausstellungsfolder als Download (PDF 369 KB)
JOSEPH MARIA OLBRICH
DER ZEIT IHRE KUNST
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| Ausstellungsdauer |
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27. März - 12. Mai 2007 |
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| Öffnungszeiten |
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Mo, Di, Mi und Fr
von 8.00 – 15.00 Uhr
Do 8.00 – 17.30 Uhr
Samstag 10.00 - 17.00 Uhr
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| Information |
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www.ottowagner.com/museum
T +43 1 534 53 DW 33825
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| Eintritt |
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Großer Kassensaal:
Eintritt in die Sonderausstellung frei!
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| Museum WAGNER:WERK |
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Eintritt Euro 5,00
Euro 3,50 ermäßigt
(Schüler, Studenten, Senioren und Gruppen)
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| Eintritt frei für: |
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Kunden der BAWAG P.S.K. gegen Vorweis ihrer Kundenkarte
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| Ausstellungskuratorin: |
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Renate Ulmer
Stv.Direktorin Institut Mathildenhöhe
Darmstadt
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| Konzept und Organisation |
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Monika Wenzl-Bachmayer |
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| Kataloge |
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Kataloge "Ideen von Olbrich",
Reprint nach dem Original der 2. Auflage 1904
Arnoldsche Art Publishers,
ISBN 3-925369-15-5, Euro 22,00
"Joseph Maria Olbrich"
Secession Wien, Mathildenhöhe
Darmstadt
Ausstellungsarchitektur um 1900
Deutscher Kunstverlag,
ISBN 3-422-06659-4, Euro 20,00
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| WAGNER:WERK - MUSEUM POSTSPARKASSE - Georg Coch-Platz 2, 1018 Wien |
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