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Erstmals wird das legendäre Archiv
der 1883 gegründeten
Silbermanufaktur Alexander Sturm mit
Originalentwurfszeichnungen von
Josef Hoffmann, Otto Prutscher,
Oswald Haerdtl oder Kolo Moser sowie
zahlreichen anderen Künstlern der
Öffentlichkeit zugänglich gemacht
und im Rahmen einer Ausstellung
präsentiert. Im Fundus der
Silbermanufaktur befinden sich neben
dem umfassenden Archiv und
ausgeführten Originalobjekten aber
auch Maschinen und
Originalwerkzeuge, mit Hilfe derer
Silbergerät, Service und Bestecke
nunmehr neu aufgelegt und produziert
werden. Zeichnungen sowie deren
Werksnutzungsrechte aus der Zeit von
vor, während und nach dem 2.
Weltkrieg befinden sich bis heute im
Besitz der Manufaktur.
Firmengeschichte und Chronologie:
Die Firma Alexander Sturm
Alexander Sturm wurde am 6. Mai 1851 in Wien geboren. Er entstammte
einer alteingesessenen Wiener Familie und erlernte vermutlich
bei Moritz Felbert das Silberschmiedehandwerk. Aus dem
Jahr 1869 ist ein Zeugnis von diesem Lehrherrn für Alexander
Sturm vorhanden. Später dürfte der junge Silberarbeiter zu Thomas
Dub gekommen sein, einem renommierten, in der Zieglergasse ansässigen
Silberschmied. Im Jahr 1882 erhielt Sturm die Gewerbeberechtigung
als Silberwarenfabrikant, 1883 – im selben Jahr, in
dem die Österreichische Postsparkasse in Wien gegründet wurde –
eröffnete er sein Geschäft. Mit der Standortwahl für seinen Betrieb
bewies Sturm viel Weitblick: Der sechste und der siebente Wiener
Gemeindebezirk waren wirtschaftlich im Aufschwung begriffen, hier
befanden sich zahlreiche Gewerbe- und Industriebetriebe.
Alexander Sturm hatte es zunächst nicht leicht, sich mit seinen Produkten
durchzusetzen. Der Wiener Hof und der Adel kauften bei
den bereits seit langem etablierten Silberschmieden ein. Neben
Thomas Dub gehörten dazu J.C. Klinkosch, Rozet & Fischmeister,
Ferdinand Vogl, Vinzenz Mayer's Söhne und Jarosinski & Vaugoin.
Doch Sturm kam die aufstrebende sogenannte Zweite Wiener Gesellschaft
zugute. Neben wenigen alteingesessenen Familien –
Hardegg, Walterskirchen, Baltazzi – und dem vornehmen Jockey
Club wurden insbesondere die Familien des neuen Großbürgertums
z.B. Mautner Markhof, Löw-Beer, Kattus, Kohn, Wittgenstein,
Meinl, Manner, Seligmann, Orendi, Piatnik, Vanicek – Kunden bei
Alexander Sturm. Diese zu Reichtum gekommenen Familien versuchten,
in ihrem Lebensstil den alten Adel zu imitieren.
Obwohl die Wiener Werkstätte seit 1903 über die Gewerbeberechtigung
eines Gold- und Silberschmieds und Juwelenarbeiters
verfügte, ließen ihre Künstler auch bei anderen Silberschmieden
arbeiten, besonders vor 1903 und dann wieder ab 1925, als die
Wiener Werkstätte die Gewerbeberechtigung zurücklegte. Jedenfalls
gingen ab 1926 Silberarbeiter von der Wiener Werkstätte zur
Firma Alexander Sturm, um hier zu arbeiten.
ist.
Sturm führte ein hauseigenes Zeichenbüro,
in dem Künstler für die
Silbermanufaktur entwarfen. In
der Wiener Werkstätte arbeiteten
lange Zeit vor allem Gürtler.
Daher
brachten die Künstler der Wiener
Werkstätte besonders komplizierte
Entwürfe für Silbergegenstände
zu Sturm.
Dieser durfte
die Stücke, die an die Verkaufsstellen
der Wiener Werkstätte gingen,
nur mit der Marke „A. St.“
versehen, nicht jedoch mit der
Kleeblattmarke seiner Werkstätte.
Adalbert Sturm gelang es, gleich nach dem Krieg den Betrieb in
kleinstem Umfang wieder aufzunehmen. Bereits aus dem Jahr
1947 liegen Entwurfszeichnungen von Otto Prutscher und Josef
Hoffmann vor. In den fünziger Jahren entwarf auch Oswald Haerdtl
für die Silbermanufaktur. Weitere Architekten, die für Sturm
Entwürfe lieferten, waren Percy Faber, Norbert Schlesinger und
Ernst Lichtblau.
Seine Rettung und Weiterführung verdankt das 123 Jahre alte
Familienunternehmen Christa Berghaus-Fölster. In Alexander
Sturms Geschäft in der Wiener Kaiserstraße hatte sie bereits vor
einigen Jahren ihre Silbergegenstände reparieren und neu versilbern
lassen. Als sie von seinen Pensionsplänen erfuhr, entschloß
sie sich, alle Maschinen, Werkzeuge und Stanzen sowie das umfangreiche
Firmenarchiv zu erwerben, um die alte Wiener Silberschmiedetradition
in der Wiener Silberschmiede Werkstätte zu
erhalten und wiederzubeleben. Die Produktion ist nun in Weigelsdorf
(NÖ) angesiedelt, der Verkauf in der Spiegelgasse in Wien.
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| Ausstellungsfolder als Download (PDF 145 KB) |
ALEXANDER STURM
Die Wiener Silbermanufaktur und die Wiedergeburt des Kleeblatts
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| Ausstellungsdauer |
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17. Oktober – 18. November 2006 |
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| Öffnungszeiten |
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Mo, Di, Mi und Fr
von 8.00 – 15.00 Uhr
Do 8.00 – 17.30 Uhr
Neu: Samstag 10.00 - 17.00 Uhr
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| Information |
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www.ottowagner.com/museum
T +43 1 534 53 DW 33825
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| Eintritt |
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Großer Kassensaal:
Eintritt in die Sonderausstellung frei!
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| Museum WAGNER:WERK |
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Eintritt Euro 5,00
Euro 3,50 ermäßigt
(Schüler, Studenten, Senioren und Gruppen)
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| Eintritt frei für: |
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Kunden der BAWAG P.S.K. gegen Vorweis ihrer Kundenkarte
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| Ausstellungskuratorin: |
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Ingrid Haslinger
Freie Historikerin,
ehem. Hofsilber- und Tafelkammer
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| Konzept und Organisation |
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Monika Wenzl-Bachmayer |
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| Katalog |
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Alexander Sturm: Die Wiener Silbermanufaktur und
die Wiedergeburt des Kleeblatts
Hg. WAGNER:WERK Museum Postsparkasse
Wien 2006, 52 Seiten, 91 Farbabbildungen
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| WAGNER:WERK - MUSEUM POSTSPARKASSE - Georg Coch-Platz 2, 1018 Wien |
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