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1919 entstand aus der Vereinigung
der Kunstgewerbeschule mit der
Kunstakademie Weimar das von Walter
Gropius gegründete Staatliche
Bauhaus Weimar, das es sich zum Ziel
gesetzt hatte, durch eine Reform der
Kunstausbildung freie und angewandte
Kunst wieder zu einer gemeinsamen
zeitbezogenen Arbeit
zusammenzuführen. Die
traditionelle Ausbildung an den
Akademien hatte zu einer zunehmenden
Distanz zwischen Künstlertum
einerseits und den Bedürfnissen
der modernen Industriegesellschaft
andererseits geführt. Die
Produkte, die die moderne Industrie
für eine im Entstehen
begriffene Massengesellschaft
herstellte, entsprachen nicht mehr den
allgemeinen ästhetischen
Anforderungen der Zeit.
Am Bauhaus wurden nicht nur neue
kunstpädagogische Konzeptionen
erprobt, sondern auch die Grundlagen
für eine neue Architekturlehre und
die ästhetischen Normen
industrieller Produkte für den
Wohnbereich erarbeitet.
Der Unterricht am Bauhaus - mit
seiner fächerübergreifenden
Ausbildung, seinem Werkstattgedanken
sowie seinem Campus-System und der
studentischen Mitverwaltung - zielte
von Beginn an darauf ab, einen
erzieherischen Beitrag für eine neue
Gesellschaft zu leisten, was zum
damaligen Zeitpunkt als
sozialistische Perspektive
verstanden wurde, auch wenn nicht
alle am Bauhaus tätigen Künstler
diese politischen Ansichten
teilten.
In nur 14 Jahren (1919-33) wurde das
Bauhaus zu einer der wichtigsten
stilbildenden Einrichtungen und zu
einem der aufregendsten Kapitel der
Kunst-, Architektur- und
Kulturgeschichte des 20.
Jahrhunderts.
Der 1903 in Bielefeld geborene
Wolfgang Tümpel wechselte nach
einer Goldschmiedlehre und
begleitenden Studien im Herbst 1922
an das Bauhaus in Weimar. Er
besuchte den Unterricht von Johannes
Itten, Paul Klee und Naum Slutzky.
1924 wurde er in die Metallwerkstatt
aufgenommen, die zu diesem Zeitpunkt
bereits von Lázló
Moholy-Nagy geleitet wurde. Daneben
war er Mitarbeiter der
Bühnenwerkstatt von Oskar
Schlemmer.
Nach der
Schließung des Bauhauses in
Weimar setzte Wolfgang Tümpel
seine Ausbildung an der
Kunstgewerbeschule in Halle fort und
gründete 1927 seine erste
eigene „Werkstatt für
Gefäße, Schmuck,
Beleuchtung“. 1929
übersiedelte er nach Köln
und 1933 nach Bielefeld. Im selben
Jahr legte der als Mitglied des
Deutschen Werkbundes schon
arrivierte und mehrfach
preisgekrönte Tümpel seine
Meisterprüfung ab.
Die Ausstellung widmet sich seinem
Schaffen als Schmuckgestalter,
aber auch seinen Entwürfen als
Formgestalter für die Industrie.
Silberne Tee- und Mokkaservice aus
den 1920ern und wiederum aus den
60er Jahren, Kandelaber,
Altargerät und Schmuck stehen
neben Serienprodukten der
Industrie wie den
Schreibtischleuchten und der
berühmten Tchibo-Dose. Nie ist
Stillstand zu bemerken, stets
sucht er nach neuen
Gestaltungsgrundsätzen für die
„gültige Form“. Sie sollte
unabhängig von der Zeit Bestand
haben – „modern, aber nicht
modisch“. Die erste
Einzelausstellung Wolfgang Tümpels
in Wien bedeutet eine Verbeugung
vor einem international bereits
vielbeachteten Lebenswerk.
ist.
Ausstellungsfolder als Download (PDF 502 KB)
WOLFGANG TÜMPEL
SILBERSCHMIED UND BAUHAUSKÜNSTLER
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| Ausstellungsdauer |
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4. Juli – 2. September 2006 |
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| Öffnungszeiten |
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Mo, Di, Mi und Fr
von 8.00 – 15.00 Uhr
Do 8.00 – 17.30 Uhr
Neu: Samstag 10.00 - 17.00 Uhr
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| Information |
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www.ottowagner.com/museum |
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| Eintritt |
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Großer Kassensaal:
Eintritt in die Sonderausstellung frei!
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| Museum WAGNER:WERK |
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Eintritt Euro 5,00
Euro 3,50 ermäßigt
(Schüler, Studenten, Senioren und Gruppen)
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| Eintritt frei für: |
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Kunden der BAWAG P.S.K. gegen Vorweis ihrer Kundenkarte
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| Ausstellungskuratorin: |
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Hildegard Wiewelhove |
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| Konzept und Organisation |
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Monika Wenzl-Bachmayer |
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| Katalog |
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WOLFGANG TÜMPEL. 1903 – 1978
Ein Bauhauskünstler aus Bielefeld
Hrsg. Hildegard Wiewelhove
Mit Beiträgen von Gabriele Koller, Susanne Längle,
Gerhard Renda, Wolfgang Tümpel, Hildegard
Wiewelhove; deutsch, 96 Seiten, 193 Abb.
Kunstgewerbesammlung der Stadt Bielefeld
Stiftung Huelsmann, 2003, ISBN 3-9805831-5-5
Sonderpreis während der Ausstellung: Euro 12,00
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