ÖSTERREICHISCHE POSTSPARKASSE
Georg Coch-Platz 2, 1018 Wien

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Georg Coch 1842 - 1890

Georg Coch 1842 - 1890

Gegenschein von Kaiser Franz-Joseph zum ersten ausgegebenen Postsparbuch

Gegenschein von Kaiser Franz-Joseph zum ersten ausgegebenen Postsparbuch

Eine Wiener Postsparkasse, Sammelstelle 1883

Eine Wiener Postsparkasse, Sammelstelle 1883

Präsentation der PSK, Erläuterungen zum Sparsystem

Präsentation der PSK, Erläuterungen zum Sparsystem

Altes Haus, Postgasse 9

Altes Haus, Postgasse 9

Der Gründer der Österreichischen Postsparkasse Georg Coch

Die Biografie von Gründerpionieren spiegelt sich auch in der Geschichte von Finanzinstitutionen wider. Dies gilt in besonderem Maß für die Österreichische Postsparkasse und ihren Gründer, den aus Hessen gebürtigen Georg Coch.

Coch wurde am 11. Februar 1842 in Hesserode bei Kassel geboren. Wegen der wirtschaftlich gespannten Verhältnisse seines Elternhauses (sein Vater starb, als Georg acht Jahre alt war), konnte er lediglich einige Monate in Genf eine weiterführende Erziehung genießen. Er absolvierte er eine kaufmännische Ausbildung im Großhandelshaus seines Onkels, der Firma „Matthieu Frères & Cie“ in Istanbul und übersiedelte danach nach Wien. 1880 erhielt er vom Handelsminister den Auftrag, das ausländische Postsparkassenwesen – zwanzig Jahre zuvor in Großbritannien erfolgreich eingeführt – auf seine Realisierbarkeit in Österreich hin zu untersuchen.

Coch reiste zunächst nach England, um ein System zu entwerfen, das ein Zentralinstitut mit seinen externen Sammelstellen zu verknüpfen imstande war. Diese Erfordernisse konnten nicht 1:1 von Großbritannien auf andere Länder übertragen werden, sondern benötigten eine Planung der Betriebsabläufe bis ins kleinste Detail. Er legte eine umfangreiche Dokumentensammlung an, die schließlich in seinem Bericht „Die Postsparcassen in England, Belgien, Holland und Frankreich mit Hinblick auf Österreich“ veröffentlicht wurde. Die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Einführung waren nun geschaffen. Am 12. Jänner 1883 wurde das „k.k. Postsparcassen-Amt“ eröffnet und Georg Coch mit der Leitung betraut.

Der Erfolg der neugegründeten Postsparkasse war überwältigend, binnen sieben Wochen waren bereits 200.000 Konten eingerichtet. Dieser Erfolg stärkte Cochs Position, rief aber auch seine Gegner auf den Plan. Nach nur drei Jahren im Amt wurde Coch wegen eines von ihm bewußt in Kauf genommenen Formalfehlers bei der Verordnung zum Organisationsstatut der PSK 1886 vom Finanzminister seiner Funktionen entbunden und vom Kaiser aus dem Staatsdienst „in Ehren“ entlassen. Er starb 1890, im Alter von 48 Jahren, in Konstantinopel an einem Herzversagen.

Erfolg und Wachstum 1883-1900

Nach den experimentierfreudigen Gründungsjahren unter der Leitung Georg Cochs begann sich das Postsparkassenamt mehr und mehr zu konsolidieren. Die ursprüngliche Konstruktion als Bank der kleinen Leute erwies sich bald als zu kurz gegriffen, erst mit der Einführung des bargeldlosen Geldverkehrs (Scheckverkehr) begann das Institut, Gewinne zu erwirtschaften. Dieser Geschäftszweig war sogar noch erfolgreicher als der Sparverkehrund verhalf dem Scheckverkehr inganz Österreich zum Durchbruch.

Zur Jahrhundertwende waren bereits über 2000 Beamte im Amt tätig. Der Expansion der Geschäftstätigkeit und der steigenden Anzahl der Bediensteten waren die Büros und Amtsräume der Postsparkasse zur Jahrhundertwende immer weniger gewachsen. Vorerst reagierte man mit Provisorien und hastigen Zumietungen, wie zum Beispiel in der Schönlaterngasse (1891), der Bäckerstraße (1894) und durch einen hofseitigen Zubau im Dominikanerkonvent. Dennoch waren die Arbeitsbedingungen so schlimm geworden, daß darüber die Zeitungen zu berichten begannen. Als im Dezember 1906 das neue Haus, Otto Wagners Postsparkassen-Amt, bezogen wurde, atmeten im wahrsten Sinn des Wortes alle auf.